Denkwerkstatt – Wie groß ist ein Mensch?
Wenn wir von „Menschen“ sprechen, meinen wir meistens Körper: Größe, Gewicht, Haut, Gesicht, Organe, Bewegungen. Doch jeder weiß aus Erfahrung: Wir sind mehr als die 1,70 Meter, die man messen kann.
Wir spüren Stimmungen in Räumen, Energien von Menschen, Nähe oder Distanz, ohne dass jemand ein Wort sagt. Wir fühlen Blicke. Wir spüren Anziehung oder Abwehr. Wir merken, wenn uns jemand „zu nahe kommt“, selbst bei drei Metern Abstand.
All das deutet darauf hin: Der Mensch hat eine Ausdehnung, die über den Körper hinausgeht.
Viele spirituelle Traditionen sprechen von der Aura: ein Energiefeld, das den Körper umgibt, sich ausdehnt, reagiert, kommuniziert.
Menschen, die sensibel sind, nehmen diese Felder bewusst wahr – manchmal als Licht, manchmal als Farbe, manchmal als Druck oder Wärme, manchmal einfach als „Präsenz“.
Es gibt sogar Geräte, die Veränderungen im elektromagnetischen Feld messen, wenn Menschen sich nähern oder Emotionen zeigen.
Ein Beispiel aus meinem Alltag: Ich sitze an meinem Schreibtisch. Rechts neben mir liegt eine Sonnenbrille – ungefähr einen Meter entfernt. Zwischen meinem Auge und der Brille verläuft ein Sehstrahl.
In solchen Momenten frage ich mich: Ist dieser Wahrnehmungsraum noch Teil von mir? Wenn ich die Welt nicht nur sehe, sondern auch innerlich „berühre“, weil Licht mich mit ihr verbindet – was gehört dann alles zu mir?
Wenn ich einen Raum betrete und Menschen reagieren, bevor sie mich wirklich sehen – wie weit reicht mein Feld dann?
Und es gibt Menschen in meiner Umgebung, die sehr deutlich auf meine Präsenz reagieren: Manche weichen aus, andere fühlen sich angezogen, ohne dass ein Wort gewechselt wird.
Vielleicht ist die richtige Antwort: Ich bin so groß, wie mein Bewusstsein reicht.
Das klassische Modell sagt: „Bewusstsein entsteht im Gehirn.“
Doch vieles spricht dagegen:
Diese Phänomene wirken eher so: Bewusstsein benutzt den Körper – aber es sitzt nicht in ihm fest.
Während der Körper altert, Zellen sterben und erneuert werden, bleibt etwas bestehen: eine Art innerer Kern, der über Jahrzehnte derselbe ist. Der Ort, an dem Erinnerungen, Liebe, Charakter und Tiefe wohnen.
Ob man es Seele nennt, Herz, Essenz, Bewusstseinsfunke – es ist der Teil, der durch den Tod nicht zerstört wird.
Stirbt der Körper, löst sich das Feld. Nicht unbedingt in einer Sekunde – oft fühlt es sich an wie ein Prozess: über Stunden oder Tage. Der Körper ist tot, aber die Seele löst sich erst dann, wenn sie sich nicht mehr an die physische Form bindet.
Das erklärt für mich, warum viele Verstorbene kurz nach ihrem Tod noch gesehen oder gespürt werden: Das Feld ist noch da, der Körper ist schon weg.
Wenn der Mensch größer ist als sein Körper, dann kann der Tod des Körpers nicht der Tod des Menschen sein.
Wenn Bewusstsein ein Feld ist, dann kann es den Körper verlassen, ohne aufzuhören.
Wenn die Seele nicht im Körper wohnt, sondern ihn nur benutzt, dann ist der Tod kein Ende, sondern ein Wechsel der Form.
Kapitel 7 will deutlich machen: Der Tod erklärt sich nicht aus dem Körper allein.
Wir müssen verstehen, wie groß ein Mensch wirklich ist, um zu begreifen, was beim Sterben geschieht.
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