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Mystik von Susanne Albers

Acht Muster

von Susanne Albers

 

Einführung zu den Acht Mustern

Acht Muster ist eine poetische Reihe über die Erzählstrukturen,
die Frauenfiguren über Jahrhunderte verzerrt haben.
Vier Stimmen – Eva, Maria, Lilith und Dorothee – betrachten diese Muster
nicht moralisch, sondern klärend.
Sie entlarven nicht Personen, sondern Mechanismen.
Sie geben zurück, was Frauen genommen wurde:
Menschlichkeit, Würde, Komplexität, Raum.

 

Acht Muster - Einleitung plus gesamt A bis H

 

META‑EINLEITUNG ZU DEN ACHT MUSTERN

Es gibt Geschichten,
die größer sind als die Menschen,
die sie tragen sollen.

Geschichten,
die nicht aus Erfahrung entstehen,
sondern aus Ordnung.
Nicht aus Begegnung,
sondern aus Bedarf.
Nicht aus Wahrheit,
sondern aus Struktur.

Frauenfiguren wurden über Jahrhunderte
nicht erzählt,
sondern benutzt.
Als Symbole.
Als Warnungen.
Als Ideale.
Als Schatten.

Sie wurden erhöht,
damit sie nicht widersprechen.
Sie wurden gereinigt,
damit sie nicht begehren.
Sie wurden geopfert,
damit sie nicht leben.
Sie wurden sexualisiert,
damit sie nicht sprechen.
Sie wurden unsichtbar gemacht,
damit sie nicht stören.
Sie wurden vermehrt,
damit sie nicht überprüft werden.
Sie wurden moralisiert,
damit sie nicht frei sind.

Diese Muster sind alt.
Sie sind tief.
Sie sind wirksam.
Und sie sind nicht persönlich.
Sie sind strukturell.

Deshalb braucht es vier Stimmen,
die nicht gegeneinander stehen,
sondern nebeneinander.
Vier Haltungen,
die nicht erklären,
sondern klären.
Vier Perspektiven,
die nicht urteilen,
sondern sehen.

Eva – die Freiheit, die beginnt.
Maria – die Würde, die trägt.
Lilith – das Nein, das schützt.
Dorothee – die Hoffnung, die politisch bleibt.

Sie sprechen nicht über Frauenfiguren,
sondern über die Mechanismen,
die aus Frauenfiguren
Werkzeuge machten.

Sie holen nicht die Legenden zurück,
sondern die Menschlichkeit.
Sie entlarven nicht Personen,
sondern Muster.
Sie kämpfen nicht,
sie klären.
Sie zerstören nicht,
sie öffnen.

Diese Reihe ist kein Urteil.
Sie ist ein Sichtbarmachen.
Ein Entlasten.
Ein Zurückgeben.

Acht Muster.
Vier Stimmen.
Ein Raum,
in dem Frauenfiguren
wieder Menschen werden dürfen.

 

 

MUSTER A – REINHEITSPHANTASIEN

Eva:
Sie sagten, ich sei unrein,
weil ich wissen wollte.
Weil ich schmecken wollte.
Weil ich leben wollte.

Reinheit war nie mein Thema.
Reinheit war ihr Wort
für „Tu, was wir sagen.“

Ich war nicht rein.
Ich war wach.

Maria:
Sie machten mich rein,
weil sie Angst hatten
vor einer Frau,
die aus eigener Kraft gebiert.

Reinheit war ihr Versuch,
mich ungefährlich zu machen.
Mich still zu machen.
Mich hochzustellen,
damit ich nicht mehr gehen konnte.

Ich war nicht rein.
Ich war ganz.

Lilith:
Reinheit?
Ich lache.

Reinheit ist ein Käfig
mit weiß gestrichenen Wänden.
Ein Käfig bleibt ein Käfig,
auch wenn er glänzt.

Sie nannten mich unrein,
weil ich nicht liegen wollte.
Weil ich nicht gehorchte.
Weil ich nicht „Ja“ sagte,
wenn mein Körper „Nein“ meinte.

Ich war nicht unrein.
Ich war frei.

Dorothee:
Reinheit ist politisch.
Reinheit ist ein Werkzeug.
Reinheit ist ein System.

Reinheit trennt:
die Guten von den Schlechten,
die Heiligen von den Menschlichen,
die Gehorsamen von den Lebendigen.

Reinheit ist kein Zustand.
Reinheit ist eine Erzählung,
die Frauen klein hält
und Männer beruhigt.

Ich glaube nicht an Reinheit.
Ich glaube an Würde.

Alle:
Reinheit ist ein Wort,
das uns nie gehört hat.

Wir geben es zurück.

Wir sind nicht rein.
Wir sind nicht unrein.
Wir sind nicht makellos.
Wir sind nicht beschmutzt.

Wir sind Körper.
Wir sind Entscheidung.
Wir sind Geschichte.
Wir sind Anfang.

Und wir sind genug.

MUSTER B – MÄRTYRERINNEN‑NARRATIVE

Maria:
Sie sagten, ich sei ein Opfer.
Eine, die trägt,
weil sie muss.
Eine, die schweigt,
weil es sich so gehört.
Eine, die leidet,
damit andere erlöst werden.

Ich war nie ein Opfer.
Ich war eine Frau,
die geliebt hat.
Und Liebe ist kein Kreuz.
Liebe ist ein Weg.

Eva:
Sie sagten, ich hätte den Tod gebracht.
Dass mein Biss
der Anfang allen Leidens war.
Dass ich schuld sei
an Schmerz,
an Mühsal,
an Sterben.

Ich habe niemanden geopfert.
Ich habe gelebt.
Und Leben ist kein Verbrechen.
Leben ist kein Märtyrertum.
Leben ist ein Anfang.

Lilith:
Märtyrerinnen?
Das ist die Lieblingsgeschichte derer,
die wollen,
dass Frauen still sterben,
statt laut leben.

Sie nennen es Hingabe.
Ich nenne es Kontrolle.
Sie nennen es Opfer.
Ich nenne es Machtspiel.
Sie nennen es Heiligkeit.
Ich nenne es Angst vor Frauen,
die Nein sagen.

Ich sterbe nicht für ihre Moral.
Ich lebe für meine Freiheit.

Dorothee:
Märtyrerinnen sind politisch.
Sie sind nicht heilig.
Sie sind nicht rein.
Sie sind nicht „für Gott“ gestorben.
Sie sind gestorben,
weil Systeme Gewalt brauchen,
um sich zu erhalten.

Märtyrerinnen‑Narrative
sind Werkzeuge.
Sie machen aus Frauen
Symbole,
Warnungen,
Vorzeigeopfer.

Ich glaube nicht an Opferung.
Ich glaube an Widerstand.
Und Widerstand ist lebendig,
nicht tot.

Alle:
Wir geben das Opfer zurück.
Wir geben das Leiden zurück.
Wir geben die Heiligkeit zurück.

Wir sind keine Märtyrerinnen.
Wir sind keine Mahnungen.
Wir sind keine Opfergaben.

Wir sind Frauen,
die leben.
Die wählen.
Die widersprechen.
Die tragen,
aber nicht für andere sterben.

Wir sind nicht hier,
um zu bluten.
Wir sind hier,
um zu beginnen.

 

MUSTER C – ÜBERHÖHUNG / IDEALISIERUNG

Maria:
Sie stellten mich auf ein Podest,
so hoch,
dass ich mich selbst nicht mehr sah.

Sie nannten mich „voll der Gnade“,
„unbefleckt“,
„vollkommen“.

Aber Vollkommenheit ist kein Zustand.
Vollkommenheit ist ein Käfig,
in dem man nicht atmen kann.

Ich war nie ideal.
Ich war nur ich.
Und das hätte gereicht.

Eva:
Sie machten mich zum Gegenbild.
Zur „Gefallenen“,
damit Maria die „Erhöhte“ sein konnte.

Überhöhung braucht immer einen Schatten.
Und ich war der Schatten,
damit sie strahlen konnte.

Aber ich bin kein Schatten.
Ich bin ein Anfang.
Und Anfänge sind nie perfekt.
Sie sind lebendig.

Lilith:
Überhöhung ist die höfliche Schwester der Dämonisierung.
Die eine macht dich zu heilig,
die andere zu gefährlich.
Beides macht dich unfrei.

Sie erhöhen Frauen,
damit sie nicht widersprechen.
Sie erhöhen Frauen,
damit sie nicht gehen.
Sie erhöhen Frauen,
damit sie nicht echt sein müssen.

Ich brauche keine Höhe.
Ich brauche Boden unter den Füßen.

Dorothee:
Überhöhung ist politisch.
Sie macht aus Menschen Symbole,
aus Frauen Ideale,
aus Leben Legenden.

Und Legenden sind nützlich,
weil sie nicht widersprechen,
nicht zweifeln,
nicht müde werden.

Überhöhung ist die Entmenschlichung
in goldener Verpackung.

Ich glaube nicht an Ideale.
Ich glaube an Menschen,
die Fehler machen
und trotzdem lieben.

Alle:
Wir geben die Höhe zurück.
Wir steigen vom Podest.
Wir treten auf den Boden.
Wir stehen nebeneinander.

Wir sind nicht ideal.
Wir sind nicht vollkommen.
Wir sind nicht makellos.

Wir sind wahr.
Und Wahrheit braucht keine Höhe.
Nur Raum.

 

MUSTER D – DÄMONISIERUNG

Lilith:
Sie machten mich zur Dämonin,
weil ich nicht unten liegen wollte.
Weil ich nicht gehorchte.
Weil ich nicht „Ja“ sagte,
wenn mein Körper „Nein“ meinte.

Dämonisierung ist einfach:
Man nimmt eine Frau,
die frei ist,
und nennt sie gefährlich.

Ich war nie gefährlich.
Ich war nur nicht verfügbar.

Eva:
Sie sagten, ich hätte verführt.
Dass mein Blick zu viel war,
mein Hunger zu groß,
mein Mut zu laut.

Sie brauchten eine Schuldige,
damit ihre Ordnung hielt.
Und eine Frau,
die entscheidet,
ist immer verdächtig.

Ich war keine Verführerin.
Ich war neugierig.
Und Neugier ist kein Verbrechen.

Maria:
Sie machten mich nicht zur Dämonin,
aber sie brauchten mich,
damit andere Frauen
als Dämoninnen gelten konnten.

Die Heilige braucht die Gefallene.
Die Reine braucht die Unreine.
Die Mutter braucht die Verführerin.

Ich war nie ihr Gegenbild.
Ich war nie ihr Maßstab.
Ich war nie ihr Werkzeug.

Ich bin nicht die Ausnahme.
Ich bin eine Frau.

Dorothee:
Dämonisierung ist politisch.
Sie macht aus Frauen
Gefahrenzonen,
Störfaktoren,
Unruhen.

Sie sagt:
„Fürchtet sie.“
„Misstraut ihr.“
„Haltet sie klein.“

Dämonisierung ist die Sprache derer,
die Angst haben
vor Frauen,
die sich selbst gehören.

Ich glaube nicht an Dämonen.
Ich glaube an Strukturen,
die Angst brauchen,
um zu funktionieren.

Alle:
Wir geben die Angst zurück.
Wir geben die Schuld zurück.
Wir geben die Dämonen zurück.

Wir sind nicht gefährlich.
Wir sind nicht verführerisch.
Wir sind nicht unrein.
Wir sind nicht dunkel.

Wir sind klar.
Wir sind wach.
Wir sind frei.

Und Freiheit sieht nur dann aus wie Gefahr,
wenn man gelernt hat,
Frauen zu fürchten.

 

MUSTER E – UNSICHTBARMACHUNG

Eva:
Sie erzählten meine Geschichte,
ohne mich zu erzählen.

Ich war da,
aber nicht als Mensch.
Ich war Funktion,
Warnung,
Beispiel.

Sie sagten „die Frau“,
nicht Eva.
Sie sagten „die Verführerin“,
nicht die, die dachte.
Sie sagten „die Schuldige“,
nicht die, die wählte.

Unsichtbar ist nicht weg.
Unsichtbar ist nur nicht gemeint.

Maria:
Sie machten mich sichtbar,
aber nicht als mich.

Sie zeigten mein Bild,
aber nicht mein Leben.
Sie sprachen meinen Namen,
aber nicht meine Stimme.
Sie ehrten mich,
aber sie hörten mich nicht.

Sichtbarkeit ohne Menschlichkeit
ist nur eine andere Form
von Unsichtbarkeit.

Ich war nicht das Bild.
Ich war die Frau dahinter.

Lilith:
Ich kenne Unsichtbarkeit gut.
Sie haben mich gestrichen.
Aus Texten,
aus Geschichten,
aus Erinnerung.

Unsichtbarmachung ist die eleganteste Form
von Gewalt.
Man muss niemanden schlagen,
wenn man ihn einfach
nicht erwähnt.

Ich war nicht weg.
Ich war nur nicht erwünscht.

Dorothee:
Unsichtbarkeit ist strukturell.
Sie ist kein Zufall,
kein Versehen,
keine Lücke.

Unsichtbarkeit ist ein System,
das entscheidet,
wer zählt
und wer nicht.

Frauen werden unsichtbar gemacht,
damit ihre Geschichten
nicht stören,
nicht widersprechen,
nicht verändern.

Ich glaube nicht an Zufall.
Ich glaube an Macht.
Und Macht liebt das Schweigen.

Alle:
Wir geben das Schweigen zurück.
Wir geben die Lücke zurück.
Wir geben die Unsichtbarkeit zurück.

Wir sind nicht Randnotizen.
Wir sind nicht Fußnoten.
Wir sind nicht Begleiterinnen.
Wir sind nicht „die anderen“.

Wir sind Stimmen.
Wir sind Körper.
Wir sind Geschichte.
Wir sind Gegenwart.

Und wir sind hier.

 

MUSTER F – SEXUALISIERUNG

Lilith:
Sie sagten, ich sei zu viel.
Zu schön,
zu wild,
zu frei,
zu körperlich.

Sexualisierung ist einfach:
Man nimmt eine Frau,
die sich selbst gehört,
und macht sie zum Objekt.

Ich war nie Objekt.
Ich war Ursprung.
Und Ursprünge lassen sich nicht besitzen.

Eva:
Sie sagten, ich hätte verführt.
Dass mein Körper der Anfang des Falls war.
Dass mein Blick gefährlich sei,
mein Hunger verdächtig,
mein Schritt zu mutig.

Sexualisierung ist die höfliche Form
der Schuldzuweisung.
Sie sagt:
„Du bist der Grund.“
„Du bist die Gefahr.“
„Du bist das Problem.“

Ich war kein Problem.
Ich war ein Mensch.

Maria:
Sie machten mich unberührbar,
damit sie mich nicht begehren mussten.
Sie machten mich „rein“,
damit sie meinen Körper
nicht ernst nehmen mussten.

Sexualisierung hat zwei Seiten:
die Überladung
und die Entkörperlichung.
Beides nimmt Frauen
ihre Menschlichkeit.

Ich war nicht unberührbar.
Ich war lebendig.

Dorothee:
Sexualisierung ist politisch.
Sie macht aus Frauen
Projektionsflächen,
Fantasien,
Moralobjekte.

Sie sagt:
„Du bist Körper.“
„Du bist Gefahr.“
„Du bist Versuchung.“
Oder:
„Du bist rein.“
„Du bist unberührt.“
„Du bist Ideal.“

Beides ist dasselbe System.
Beides nimmt Frauen
ihr Recht auf Komplexität.

Ich glaube nicht an Bilder.
Ich glaube an Menschen,
die mehr sind
als das, was man ihnen zuschreibt.

Alle:
Wir geben die Projektionen zurück.
Wir geben die Fantasien zurück.
Wir geben die Bilder zurück.

Wir sind nicht Versuchung.
Wir sind nicht Ideal.
Wir sind nicht Objekt.
Wir sind nicht Gefahr.

Wir sind Körper,
aber nicht Besitz.
Wir sind Begehren,
aber nicht Schuld.
Wir sind Schönheit,
aber nicht Ware.

Wir sind Frauen.
Und das reicht.

 

MUSTER G – ZAHLEN‑ UND WUNDERINFLATION

Maria:
Sie gaben mir Titel,
Wunder,
Erscheinungen,
Orte,
Reliquien.

Sie machten aus meinem Leben
eine Sammlung von Übertreibungen.
Je größer die Zahl,
desto kleiner die Frau.

Wunder sind nicht das Problem.
Das Problem ist,
wenn sie benutzt werden,
um Menschlichkeit zu verdecken.

Ich war nicht wundersam.
Ich war wirklich.

Lilith:
Zahleninflation ist herrlich durchschaubar.
11.000 Jungfrauen?
40 Wunder?
Drei Erscheinungen pro Jahrhundert?

Das ist keine Geschichte.
Das ist Marketing.

Wenn Frauen zu groß gemacht werden,
dass sie nicht mehr atmen können,
dann ist das keine Ehre.
Es ist eine Auslöschung
in glänzendem Papier.

Ich brauche keine Wunder.
Ich brauche Raum.

Eva:
Sie sagten, ich sei der Anfang
von allem.
Von Schuld,
von Tod,
von Weltgeschichte.

Zu groß,
um wahr zu sein.
Zu schwer,
um getragen zu werden.

Zahlen und Übertreibungen
sind nur eine andere Form
von Unsichtbarkeit.
Man sieht die Frau nicht mehr,
wenn die Erzählung
zu laut wird.

Ich war nicht Ursprung aller Dinge.
Ich war ein Mensch,
der eine Entscheidung traf.

Dorothee:
Zahleninflation ist politisch.
Sie macht Geschichten
unüberprüfbar,
unantastbar,
unwidersprechbar.

Wenn eine Frau
11.000 Gefährtinnen hat,
kann niemand mehr fragen,
wer sie wirklich war.

Wenn eine Heilige
40 Wunder wirkt,
kann niemand mehr sagen,
dass sie vielleicht
einfach nur mutig war.

Übertreibung ist ein Werkzeug.
Es schützt Systeme,
nicht Menschen.

Ich glaube nicht an große Zahlen.
Ich glaube an kleine Wahrheiten.

Alle:
Wir geben die Übertreibungen zurück.
Wir geben die Wunder zurück.
Wir geben die Zahlen zurück.

Wir sind nicht Legionen.
Wir sind nicht Mythen.
Wir sind nicht Übergrößen.

Wir sind Frauen.
Wir sind Stimmen.
Wir sind Geschichten,
die nicht aufgeblasen werden müssen,
um zu gelten.

Wir sind genug,
ohne Wunder.

 

MUSTER H – MORALISCHE INSTRUMENTALISIERUNG

Maria:
Sie machten mich zum Vorbild.
Nicht, weil ich darum bat,
sondern weil sie eine Frau brauchten,
die still ist,
rein,
gehorsam,
tragfähig.

Ein Vorbild ist kein Mensch.
Ein Vorbild ist ein Werkzeug.
Ein Vorbild ist eine Schablone,
die anderen Frauen sagt:
„So musst du sein.“

Ich war nie Schablone.
Ich war eine Frau,
die ihren Weg ging.

Eva:
Sie machten mich zur Warnung.
Nicht, weil ich etwas zerstört hätte,
sondern weil ich etwas wagte.

Eine Warnung ist kein Mensch.
Eine Warnung ist ein Zaun.
Ein Schild.
Ein „Geh nicht weiter.“

Ich war kein Zaun.
Ich war ein Schritt.
Und Schritte sind keine Moral.
Sie sind Bewegung.

Lilith:
Sie machten mich zum Negativbeispiel.
Zur Drohung.
Zum „So darfst du nicht werden.“

Moralische Instrumentalisierung ist simpel:
Man nimmt eine Frau,
die frei ist,
und macht sie zur Gefahr.
Man nimmt eine Frau,
die widerspricht,
und macht sie zur Mahnung.

Ich bin keine Mahnung.
Ich bin ein Nein,
das niemandem gehört
außer mir.

Dorothee:
Moral ist politisch.
Sie ist nie neutral.
Sie ist nie unschuldig.
Sie ist nie „einfach so“.

Moral sagt Frauen,
wie sie zu sein haben:
rein,
still,
opferbereit,
bescheiden,
vergebend.

Moral ist ein Werkzeug,
das Systeme schützt,
nicht Menschen.

Ich glaube nicht an Moral,
die Frauen klein macht.
Ich glaube an Ethik,
die Menschen frei macht.

Alle:
Wir geben die Moral zurück.
Wir geben die Schablonen zurück.
Wir geben die Rollen zurück.

Wir sind keine Vorbilder.
Wir sind keine Warnungen.
Wir sind keine Mahnungen.
Wir sind keine Botschaften.

Wir sind Menschen.
Wir sind Körper.
Wir sind Stimmen.
Wir sind Entscheidungen.

Wir sind nicht hier,
um zu zeigen,
wie Frauen sein sollen.

 

ENDE

 

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