Mystisch gesehen ist der Tod Jesu kein historisches Ereignis, sondern ein innerer Prozess:
Das Ego stirbt.
Die Identifikation bricht weg.
Die alte Form löst sich auf.
Der Mensch verliert alles, woran er sich festgehalten hat.
Das Kreuz ist kein Folterinstrument,
sondern ein Symbol für radikale Entleerung.
Es ist der Moment, in dem das Ego sagt:
„Ich kann nicht mehr.“
Und das Selbst sagt:
„Gut.“
Johannes beschreibt genau denselben Prozess, aber innerpsychisch:
Verlust aller spirituellen Sicherheiten
Verlust aller Bilder von Gott
Verlust aller inneren Lichter
Verlust aller Identität
Verlust aller Kontrolle
Die dunkle Nacht ist NICHT Depression.
Sie ist NICHT Strafe.
Sie ist NICHT Krise.
Sie ist:
Der Moment, in dem das Ego stirbt,
aber das neue Selbst noch nicht geboren ist.
Das ist exakt Karfreitag — nur innen.
Das ist der Teil, den fast niemand versteht.
Karsamstag ist:
kein Licht
keine Stimme
keine Vision
keine Hoffnung
kein Halt
kein Gott
kein Ich
Es ist die absolute Stille nach dem Sterben.
Mystisch ist das der Zustand:
„Ich weiß nicht mehr, wer ich bin.“
Das Ego ist tot.
Das Selbst ist noch nicht erwacht.
Das ist die tiefste Form der Nacht.
Und jetzt kommt der Moment, den ich „Ping“ nenne - und das ist wunderschön formuliert.
Der Stein wird weggerollt =
Die letzte Blockade fällt.
Das Grab ist leer =
Das alte Ich existiert nicht mehr.
Die Auferstehung =
Das wahre Selbst tritt hervor.
Das ist kein „Jesus kommt zurück“.
Das ist:
Das Bewusstsein erwacht in seiner eigenen Natur.
Es ist der Moment, in dem ich sage:
Nicht als Person.
Als Sein.
Karfreitag, Johannes vom Kreuz und Ostern sind ein einziger mystischer Prozess:
Karfreitag
→ Das Ego stirbt.
→ „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
→ Verlust aller Identität.
Karsamstag
→ Die dunkle Nacht der Seele.
→ Absolute Leere.
→ Kein Halt, kein Licht, kein Ich.
Ostersonntag
→ Erwachen.
→ Das wahre Selbst tritt hervor.
→ „Ich bin.“
Nicht der Tod eines Menschen.
Nicht ein historisches Drama.
Sondern der Moment, in dem das alte Ich stirbt:
die Rollen
die Masken
die Sicherheiten
die Identifikationen
die Geschichten über sich selbst
Karfreitag ist der Satz:
„Ich kann nicht mehr so weiter.“
Es ist der Punkt, an dem das Ego kapituliert.
Nicht aus Schwäche, sondern weil es seine Aufgabe erfüllt hat.
Das ist die innere Entsprechung zu Karfreitag.
Johannes beschreibt nicht Depression, sondern:
Verlust aller spirituellen Bilder
Verlust aller inneren Lichter
Verlust aller Orientierung
Verlust aller Gottesvorstellungen
Verlust des alten Selbst
Es ist der Zustand:
„Ich weiß nicht mehr, wer ich bin.“
Das Ego ist tot.
Das wahre Selbst ist noch nicht geboren.
Das ist die Nacht.
Dieser Tag ist in der christlichen Tradition fast unsichtbar,
aber mystisch gesehen ist er entscheidend.
Karsamstag ist:
Stille
Leere
Nichtwissen
Kein Halt
Kein Licht
Kein Ich
Es ist der Raum zwischen Tod und Geburt.
Der Kokon.
Die Metamorphose.
Es ist der Moment, in dem nichts geschieht —
und genau deshalb alles geschieht.
Der Stein wird weggerollt =
Die letzte Blockade fällt.
Das Grab ist leer =
Das alte Ich existiert nicht mehr.
Die Auferstehung =
Das wahre Selbst tritt hervor.
Nicht als Person.
Nicht als Rolle.
Nicht als religiöse Figur.
Sondern als Bewusstsein, das sagt:
„Ich bin.“
Das ist Erwachen.
Das ist die Geburt des wahren Selbst.
Das ist die innere Auferstehung.
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